US-Zölle: Neudefinition des E-Commerce-Geschäftsmodells erforderlich

dazi usa

Agrar- und Lebensmittel, Maschinenbau, Automobilindustrie und Pharmazie gehören zu den am stärksten von US-Zöllen betroffenen Sektoren

Digitale Akteure erfahren in der Praxis die Notwendigkeit, Logistik, Vorschriften und Geschäftsstrategien zu integrieren: das Zeugnis von Calicantus, führend im Full-Outsourcing E-Commerce-Management.

Das neue De-minimis-Regime und die Auswirkungen der US-Zölle

Ab dem 29. August 2025 haben die USA die De-minimis-Regelung für alle kommerziellen Sendungen in die Vereinigten Staaten drastisch geändert, unabhängig vom Eingangskanal (online oder offline).

Die Wertschwelle von 800 Dollar, unter der importierte Waren zollfrei eingeführt werden konnten, wurde abgeschafft. 2024 wurden in den USA 1,36 Milliarden Sendungen unter der 800-Dollar-Schwelle importiert, mit einem Gesamtwert von 64,6 Milliarden Dollar.

Produktherkunft und neue Zollvorschriften

Ursprungsland und Sondertarife

Das Kriterium des Ursprungslandes ist entscheidend geworden: Wenn ein Gut in China hergestellt wird, wird der Zoll auf Basis des „Made in China“ berechnet, auch wenn es von einem italienischen Unternehmen in die USA verkauft oder verschickt wird.

Dies gilt sowohl für allgemeine Tarife als auch für Sondertarife im Zusammenhang mit Handelsstreitigkeiten, wie die Section 301/Tariff Policy für chinesische Produkte.

Der einheitliche 15%-Zoll aus der Europäischen Union

Hinzu kam ein einheitlicher Zoll von 15% auf Waren aus der Europäischen Union, der den bisherigen Satz von 10% ersetzt. Eine Maßnahme, die das Gleichgewicht des europäischen Überseeexports neu gestaltet und sich direkt auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auswirkt.

Die am stärksten von US-Zöllen betroffenen italienischen Unternehmen

Schätzungen zufolge sind etwa 34.000 italienische Unternehmen vom neuen Zollregime betroffen, insbesondere in den Sektoren:

  • Agrar- und Lebensmittel: am stärksten betroffener Sektor, mit Weinen, Ölen und typischen Produkten, die beim Eintritt in die USA erhöhte Kosten tragen.

  • Automobilindustrie: trotz einer Zollsenkung von 25% auf 15% bleibt sie aufgrund geringer Margen und starker asiatischer Konkurrenz unter Druck.

  • Pharmazie: erstmals unter den betroffenen Sektoren, wobei europäische Arzneimittel neuen Zollbarrieren unterliegen.

Makroökonomische Auswirkungen der US-Zölle

Die Zollerhöhung in Verbindung mit der Dollarstärke hat zu einem Anstieg der Endpreise auf dem amerikanischen Markt geführt und die Nachfrage reduziert.

Confcommercio und andere Verbände schätzen einen negativen Effekt auf das europäische BIP zwischen 0,2 und 0,3 Prozentpunkten allein in den Monaten August und September. Italien ist zusammen mit Deutschland aufgrund der starken Exportorientierung in die USA eine der anfälligsten Volkswirtschaften.

Die Istat-Daten

Die jüngsten Istat-Daten von Ende September bestätigen den Trend: Im August 2025 sind die italienischen Exporte in die USA um 21,2% im Jahresvergleich gesunken, mit einem weitverbreiteten Rückgang in fast allen Märkten außerhalb der EU27.

Jenseits von Stahl: US-Zölle treffen auch die digitale Wirtschaft

Während traditionelle Sektoren wie Stahl und Aluminium weiterhin hohen Zöllen (50%) unterliegen, betreffen die Zollbarrieren heute alle Geschäftsmodelle.

Im grenzüberschreitenden digitalen Handel ist die Auswirkung unmittelbar: Preise, Versand und Kundenerlebnis werden in Echtzeit neu gestaltet.

Die Sicht von Calicantus auf die US-Zölle

Calicantus, ein venetisches Unternehmen, das als E-Commerce Service Provider und Merchant of Record für internationale Marken tätig ist, beobachtet diese Dynamiken täglich.

Compliance als Wettbewerbsvorteil

„Es geht nicht nur darum, den Notfall zu bewältigen – betont Valentino Bergamo, CEO von Calicantus – sondern die Zoll-Compliance in einen Wettbewerbsvorteil zu verwandeln.
Wer auch während einer Krise sichere Zeiten, transparente Kosten und ein reibungsloses Kundenerlebnis garantieren kann, gewinnt Vertrauen und Marktanteile.“

Antizipieren statt reagieren

„In den letzten Monaten – fährt Bergamo fort – haben wir Unternehmen gesehen, die gezwungen waren, ganze Versandlinien wegen der Auswirkungen der neuen Zölle zu blockieren.
Wer in Überwachungs- und Simulationsinstrumente für Zollkosten investiert hat, konnte den Verkauf in Echtzeit umlenken, ohne an Kontinuität zu verlieren.“

Die strategischen Hebel von Calicantus

Calicantus nennt einige bereits in internationalen Projekten angewandte Praktiken zur Bewältigung der US-Zölle:

  • Exportdokumentation im papierlosen Verfahren.

  • Direkte Verwaltung von Zöllen und Zollformalitäten in über 200 Ländern.

  • Echtzeit-Anpassung der Verkaufs- und Versandrichtlinien.

  • Diversifizierung der Märkte und Kanäle.

  • Schutz der Customer Experience, auch bei Blockaden oder operativen Verzögerungen.

US-Zölle als strukturelle Dynamik

Die Botschaft ist klar: Zollbarrieren sind keine isolierten Episoden, sondern Teil einer strukturellen Dynamik.

Sich heute vorzubereiten bedeutet, die notwendige Resilienz aufzubauen, um die Märkte von morgen zu bewältigen, wo die regulatorische Variable permanent sein wird und Agilität der wahre Wettbewerbsvorteil ist.

Quellen:
https://www.confcommercio.it/-/dazi-usa
https://www.confindustriabergamo.it/aree-di-interesse/dogane/scambi-con-paesi-extra-ue/dazi-usa-ue-impatti-e-sup porto-alle-imprese
https://mglobale.promositalia.camcom.it/dogane/tutte-le-news/dichiarazione-congiunta-ue-usa-dazi-al-15
https://www.cbp.gov/trade/basic-import-export/e-commerce
www.unimpresa.it/dazi-terzo-aziende-italiane-esporta-usa

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